Stay Home mit … Helge Jepsen

18. April 2020
Autor:
Gast

Helge Jepsen ist Illustrator, einer der Köpfe hinter den »Dukes of Downtown« und Nordfriese im Exil. Heute verrät er sein Rezept für Labskaus und weitere StayHome-Tipps!

Helge Jepsen
Selbstständiger Illustrator
www.salon.io/JEPSENillustration

Welches ist gerade dein Lieblingsbuch und warum?

Da gibt es zwei – und »gerade« heißt zumindest im Falle des zweitgenannten eigentlich »seit ca. 30 Jahren«:

»Kaltblütig« von Truman Capote.
Der erste so genannte »non-fiktionale Roman der Literaturgeschichte fesselt von der ersten bis zur letzten Seite, selbst wenn man weiß, wie’s ausgeht, weil man NATÜRLICH sofort den realen Fall gegoogelt hat. Ein Buch, das ich garantiert noch ein zweites Mal lesen werde.

»Trilogie des laufenden Schwachsinns« von Eckhard Henscheid.
Ein Buch, das ich schon mehrfach las und noch mehrfach lesen werde.
Allein die Titel der drei Bände sind umwerfend.

Die Vollidioten – Ein historischer Roman aus dem Jahr 1972.
Geht in Ordnung – sowieso – – genau – – – Ein Tripelroman über zwei Schwestern, den ANO-Teppichladen und den Heimgang des Alfred Leobold.

Die Mätresse des Bischofs.
Leseprobe 1: Herr Jackopp erzählte nämlich erst vor ein paar Tagen drei verschiedene Versionen über den gegenwärtigen Aufenthaltsort seiner Gattin. Herrn Rösselmann teilte er mit, er lebe »technisch« noch mit seiner Frau zusammen, mir erzählte er, er habe »keine Ahnung, wo die Büchse sei«, ob in Deutschland oder schon wieder in der Schweiz. Und drei Stunden später wiederum sagte er mir, irgendwo in der Stadt treibe sie sich noch rum, »aber das macht nichts«.

Leseprobe 2: … da sei er (Jackopp) heimgegangen und habe sofort den Camus gelesen, »ein unheimliches Buch«, wiederholte Herr Jackopp, » i c h v e r s t e h e e s n i c h t . I c h k a n n b e i d i r s c h e i ß e n ?«

Welche Serie kannst du unseren Lesern empfehlen und warum?

»Chernobyl«!
Warum? Unfassbar böse, unfassbar gut, unfassbar beklemmend. Mit Abstand die beste Serie, die ich je sah, absolut empfehlenswert.

Was sind deine Lieblingsspiele und warum?

»In echt«: alle Bausätze von Lego, die Räder haben, fliegen, auf dem Mond waren oder Container per Seereise transportieren. Weil der Zusammenbau seit meiner Kindheit eine Riesenfreude ist und es auch in 100 Jahren noch sein wird.

Selbiges gilt in abgemilderter Form für Puzzles. Mache ich nicht so oft, haben aber auch immer noch diese Faszination aus guten alten Tagen – neuerdings tatsächlich mit Motiven meiner eigenen Illustrationen, hochfein ab einem Exemplar von DER Puzzleinstitution Ravensburger zu beziehen.

»In digital«: tatsächlich so Sachen wie Sudoku oder Wortfindespielchen oder »Wer wird Millionär«, eher etwas, um den Kopf zu beschäftigen, also nix mit Geballer oder Action. Ich daddel aber auch ausschließlich in der wohnungseigenen Keramikabteilung.

Welchen Podcast hörst du aktuell und warum?

Keinen. Weil ich mich darauf nicht wirklich konzentrieren kann und festgestellt habe, dass ich bei Podcasts (und Hörspielen) alle 5 Minuten 4 1/2 Minuten zurückspulen muss. Das ist lästig.

Welche Musik läuft gerade bei dir rauf und runter und warum?

Meine Playlist »Top Tophits Top 2020 März (neu) 1/12 neu«. Wie man am Namen schon erkennt, wurde diese mehrfach aktualisiert. Neuester Neuzugang: »Larkin Poe – John The Revelator«. Ständig (und mehrfach) vertreten darauf: Dinosaur Pile Up, New Order, Interpol, Editors, Queens Of The Stone Age, The Cure, Waits – und relativ neu, aber gesetzt: Billie Eilish. Und alle, die ich jetzt vergessen habe, die aber zu meinen Top-Favoriten gehören. Generell habe ich ein Faible für alles, was (auch nicht musikalisch gesehen) nicht von der Stange kommt, sondern eigen/individuell/immer wieder neu ist.

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen. Verrate uns doch dein Lieblingsrezept!

Ich bin ja Nordfriese im Exil, der kein Sternekoch ist, deshalb: Labskaus.

Corned Beef (… gerade regelmäßig ausverkauft, ist ja genau so haltbar wie Seife oder Klopapier …) mit Zwiebeln anbraten, Kartoffeln kochen, stampfen, dazugeben, Rote Bete und Gewürzgurken klein hacken, dazugeben. Verrühren. Salzen, Pfeffern, mit Rote Bete- und Gurken-Saft in die gewünschte Farbe/Konsistenz bringen. Spiegelei braten. Auf einem Teller anrichten: Haufen Labskaus, Spiegelei drauf, Rollmops/Rote Bete/Gewürzgürkchen daneben, kaltes Flens dazu reichen.

Sonstige Tipps?

Nach dem Abitur das Hobby zum Beruf machen und ausschließlich zuhause arbeiten, dann ist die Umstellung auf Homeoffice in Krisenzeiten sehr leicht, zumal sich eigentlich nur die Bezeichnung für das Ganze ändert. Und natürlich der Top-Tipp: STAY HOME!

Vielen Dank!

Foto: Privat Helge Jepsen

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Kategorie:
Leben
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